Am 17. September besuchten Studierende unserer Fachschule für Heilerziehungspflege die TH Köln, um an einer Sensibilisierungsschulung teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Tages standen die Themen Wahrnehmung, Kommunikation, Barrieren, Teilhabe und Inklusion.
Die Schulung war in verschiedene Stationen gegliedert, die den Studierenden einen praxisnahen und erfahrungsorientierten Zugang ermöglichten. In Kleingruppen beschäftigten sie sich unter anderem mit den Bereichen Sehen, Spastik, Sprache, Reize, Unterstützte Kommunikation (UK) sowie inklusive Momente.
Besonders wertvoll war dabei der Perspektivwechsel: Die Studierenden erhielten die Möglichkeit, sich nicht nur theoretisch mit unterschiedlichen Formen von Beeinträchtigung und Barrieren auseinanderzusetzen, sondern verschiedene Situationen selbst zu erleben und anschließend gemeinsam zu reflektieren. Dadurch konnten Wahrnehmungen geschärft, eigene Vorstellungen hinterfragt und neue Sichtweisen entwickelt werden.
Im Bereich Unterstützte Kommunikation wurde beispielsweise deutlich, welche Bedeutung alternative und ergänzende Kommunikationsmöglichkeiten für Selbstbestimmung und Teilhabe haben können. Auch die Stationen zu Sprache, Sehen und Reizverarbeitung machten erfahrbar, wie unterschiedlich Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und welche Herausforderungen im Alltag entstehen können, wenn Kommunikation oder Orientierung erschwert sind.
Die Sensibilisierungsschulung bot damit zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Ausbildung in der Heilerziehungspflege. Fragen wie „Welche Barrieren entstehen möglicherweise durch Strukturen oder durch das eigene Handeln?“, „Wie können Menschen individuell unterstützt werden?“ und „Was braucht es, damit Teilhabe tatsächlich gelingt?“ begleiteten die Studierenden durch den Tag.



Neben fachlichen Erkenntnissen spielte auch die Reflexion der eigenen professionellen Haltung eine wichtige Rolle. Für zukünftige Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger ist es von zentraler Bedeutung, Menschen ressourcenorientiert zu begleiten, individuelle Bedürfnisse wahrzunehmen und Möglichkeiten für größtmögliche Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen.
Die vielfältigen Übungen, Selbsterfahrungen und Gespräche machten den Besuch zu einem abwechslungsreichen und gewinnbringenden Bestandteil der Ausbildung. Viele der gewonnenen Eindrücke und Denkanstöße können die Studierenden nun in ihre weitere schulische Ausbildung und in ihre Praxiserfahrungen einfließen lassen.
Wir bedanken uns herzlich bei der TH Köln sowie beim Team von EiN – Ort für inklusives Wissen* für die Organisation, die engagierte Begleitung und die zahlreichen wertvollen Impulse.
Ein Tag, der gezeigt hat: Inklusion beginnt nicht nur mit Wissen, sondern auch mit Wahrnehmung, Reflexion und der Bereitschaft, die Perspektive zu wechseln.
